Freitag, 28. Juni 2013

Der Schwellenhüter (Archetypen der Erzählung)

Auf seiner Reise begegnet der Held immer wieder Hindernissen verschiedenster Art. An jeder Pforte zu einer neuen Welt erwartet ihn ein mächtiges Wesen, welches alle Unwürdigen am Übertreten der Schwelle hindern möchte. Auf den ersten Blick ist dieser Schwellenhüter furchteinflößend und bedrohlich, aber bei genauerer Betrachtung kann man ihn dennoch besiegen, ihn umgehen oder gar dazu bewegen an seiner Seite zu kämpfen!

Der Schwellenhüter kann aber auch eine neutrale Gestalt sein, die einfach Teil der anderen Welt ist und deren Ziele im Konflikt mit denen des Helden stehen. Er kann in der Figur eines Bodyguards, Türstehern, Verkäufern usw. auftreten, oder aber in Form eines Tornados oder einer anderen Naturgewalt. Seine Hauptfunktion ist, den Helden zu prüfen und seine Kraft auf die Probe zu stellen.










Den richtigen Umgang mit den Schwellenhütern zu erlernen ist eine der größten Aufgaben auf der Reise des Helden.

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Freitag, 21. Juni 2013

Doppelmond-Lesezeichen

Ich dachte mir, Lesezeichen sind eine wunderbare Form des Offline-Marketings also habe ich mir gleich mal 2.500 Stück bestellt. Zu viel? Ja, bestimmt. Aber ich hätte für nur 500 Stück fast genau den selben Betrag bezahlt (50 Euro), also warum dann nicht direkt mehr nehmen?

Wer mir seine Postadresse an info(at)doppelmondsaga(punkt)de schickt, kann gerne welche haben! Kostenlos natürlich! :)

300g, 4/4-farbig, beidseitig UV-Lack glänzend

Hübsch, nicht wahr?
Zeichnungen von Simon Kramhöller und Artur Fast!

Unter meinem Tisch wird es langsam eng! :)

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Donnerstag, 20. Juni 2013

Neue Leser finden mit Book-Crossing!

Jedes Buch bekommt einen eigenen Code.
Was ist Book-Crossing?
Es gibt Menschen, die tauschen untereinander gerne Bücher und verstecken sie sogar (ähnlich wie beim Geocaching) in Städten oder der Natur. Die Position geben sie dann im Internet preis  für andere, denen es Spaß macht die Bücher zu suchen und zu finden.

Und was hat das mit mir, dem Autor zu tun?
Gute Frage, gute Antwort: Lass dein Buch daran teilnehmen!

Bei ePubli oder einem anderen Print on Demand-Anbieter lässt du mehrere (!) Exemplare deines Buches drucken. (Mehrere deshalb, weil du neben dem Book-Crossing dein Buch auch noch anderweitig verteilen oder verleihen kannst!)
Dein Exemplar fürs Book-Crossing registrierst du auf deren Seite. Danach bekommst du eine Nummer, mit der dein Buch eindeutig identifiziert werden kann. Den Code schreibst du entweder in den Buchdeckel oder auf ein Etikett, das du aufs Cover klebst. Lade dann im Profil deines Werkes das Cover hoch und füge eine möglichst schmackhafte Beschreibung hinzu.

Und jetzt?

1. Das Buch aussetzen:
Verstecke es irgendwo in der Stadt oder in einem Park und gebe auf der Website an, wie man es finden kann. Buchjäger können es dann suchen und es wiederum in ihrem Profil registrieren. Die Quote an Büchern, die gefunden und registriert werden, ist aber eher gering. Aber auch Nicht-Book-Crosser können dein Buch finden und lesen! Meine Favoriten sind jedoch die folgenden beiden Punkte:

2. Mache einen "Ray":
Hier schreibst du einen Forenpost, in dem du dein Buch (natürlich kostenlos!) den Lesern anbietest. Jeder der Interesse hat, schreibt eine Antwort zu diesem Post und du sammelst die Namen und machst eine Liste. Dann schickst du dein Buch per Post an den ersten in der Liste, der es nach dem Lesen wiederum an den Zweiten schickt. Das geht immer so weiter, bis der Letzte auf der Liste das Buch bekommt und es dann aussetzen darf. Soll dieser es aber wieder zu dir schicken, musst du das entweder rechtzeitig sagen oder einen "Ring-Post" statt eines Rays eröffnen.

3. Treffe dich mit Book-Crossern:
Das ist das Beste und Schönste am Book-Crossing! Du kannst dich mit buchbegeisterten treffen und dich über Bücher und Sonstiges unterhalten. Bei diesen Treffen wird auch Lesestoff ausgetauscht und dafür hast du dann selbstredend zwei oder drei Exemplare deines Werkes dabei!
Als ich vor Kurzem auf meinem ersten Treffen war, habe ich sehr nette Menschen kennengelernt und auch fünf Ausgaben meiner Leckerbissen-Hefte an den Mann gebracht. Zwei musste ich sogar signieren :).
Achte aber unbedingt darauf, dass du nicht nur wegen Eigenwerbung zu solchen Treffen gehst! Nervige Verkäufer nerven!
Triff andere Menschen, unterhalte dich mit ihnen und lass dich für eine neue Geschichte inspirieren. Vielleicht bringt aber auch jemand ein tolles Buch mit, dass du lesen willst oder du lernst einfach nur neue Freunde kennen!

Fazit: Was bringt dir Book-Crossing?
- Neue Leser
- Neue Bekanntschaften
- Neue Einsichten

Alle Infos zum Book-Crossing findest du hier!
Mein "Leckerbissen" bei Book-Crossing gibt es hier!

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Donnerstag, 13. Juni 2013

Filme für Autoren: Tucker and Dale vs Evil

The Wrong Turn, The Blair Witch Project, Evil Dead usw.: Jeder kennt die Geschichte aus diesen Filmen: Jugendliche machen einen Ausflug in eine abgelegene Hütte im Wald und begegnen dort dem Bösen in Form von Geistern, Zombies oder Inzuchtgezeugten Hinterwäldlern.

In "Tucker and Dale vs Evil" wird diese altbekannte Handlung einmal gut durchgerührt und großzügig gewürzt. Was dabei herauskommt schmeckt sehr interessant und macht vor allem Lust auf mehr!















Der Film erzählt die Geschichte von ein paar College-Kids, die einen Ausflug in eine abgelegene Hütte im Wald machen. Soviel wissen wir ja bereits. Schnell wird aber klar, dass der Film anders ist, denn wir sehen zeitgleich auch die Geschichte von Tucker und Dale, die sich in dem selben Wald aufhalten, um dort eine alte Hütte zu renovieren. Auf ihrer Anreise werden sie von einem Sheriff gewarnt, dass diese Hütte ein Ort des Bösen sei. Hier deutet sich bereits der Rollentausch an, der sich durch den Rest des Filmes zieht.

Die College-Kids sind in der Zwischenzeit an ihrer Hütte angekommen. Und was macht man als mögliches Axt-Opfer am ersten Abend in der Dunkelheit? Nacktbaden natürlich!
Als Alison, eine der (scheinbar dummen und naiven) Blondinen sich am See auszieht, wird sie von Tucker und Dale beobachtet. Unfreiwillig, denn die beiden wollten eigentlich nur friedlich auf dem See angeln und ein paar Bier trinken. Sie sieht die beiden und fällt vor Schreck ins Wasser. Während die zwei Angler sie suchen und auf ihr Boot ziehen, um sie vor dem Ertrinken zu retten, beobachtet eine andere Blondine der Teenager-Gruppe das Schauspiel und fängt an zu schreien. Tucker ruft vom Boot aus noch "Wir haben eure Freundin!". Diesen Satz kann man natürlich auslegen wie man möchte, und so glauben die restlichen Kids, Alison sei jetzt bei den Hinterwäldlern in Gefangenschaft. Sie schmieden einen Rettungsplan und führen diesen auch aus. Dabei kommen weitere Mitglieder der Gruppe ums Leben, was dazu führt, das die überlebenden Teenager noch fester davon überzeugt sind, Tucker und Dale hätten es auf sie abgesehen. Diese aber wiederum fangen an zu glauben, die Jugendlichen würden sich in dem Wald selbst töten und das die böse Kraft dahintersteckt, vor der sie der Sheriff gewarnt hatte.


Bevor du weiterliest, schau dir bitte erst den Trailer an! :)


Was kann ich als Autor aus diesem Film lernen?

1. Antagonismus ist nicht immer böse gemeint!

In einer klassischen Geschichte ist meist von Anfang an klar, wer der Held (Protagonist) und wer der Bösewicht (Antagonist) ist. Vor allem beim Antagonismus denken die meisten sofort an eine böse Macht oder einen verrückten Massenmörder, etc. Dabei bedeutet Antagonismus (griechisch) einfach "Entgegenwirken" oder "Entgegenstehen". Also ist eine antagonistische Kraft, eine Kraft, die den Helden von seinem Ziel abhält. Muss man dafür böse sein? Nein, denn Tucker und Dale wollen ja eigentlich nur in Ruhe ihre Hütte reparieren. Und die College-Kids wollen sich nur schützen, bzw. ihre Freundin retten!


2. Vertausche die altbekannten Rollen!

Nach dem ich den Film gesehen hatte, dachte ich mir: "Wow! Also wenn mir jemand das Ende beschrieben hätte mit den vertauschten Rollen, dann hätte ich gesagt 'Niemals! Unmöglich!'"
Aber der Film beweist, dass es funktioniert und bekommt es, finde ich, noch tausendmal besser hin als "The Cabin in the Woods", diesem Waldhütten-Klischee eine gehörige Portion Würze zu verpassen!
Beispiel: Einer der "Hinterwäldler" rennt vor den Jugendlichen (!) davon und fällt dann auf den Boden. Sonst ist diese Handlung nur für dümmliche Blondinen reserviert.


3. Vermeide Klischees!

Das Wort stammt aus dem französischen (cliché) und bedeutet soviel wie "Abklatsch". Ein Synonym von "Abklatsch" ist "Nachahmung".
Schaue in deine Texte oder dein aktuelles Romanprojekt und betrachte die Figuren. Welche Charaktere hat man schon tausendmal gesehen in Filmen oder Büchern? Der dumme Bodybuilder, der schwächliche Nerd, die dumme Blondine, usw.? Picke diese Charaktere raus und gib ihnen Eigenschaften, Hobbys oder Ansichten, die man von ihnen nicht erwartet hätte! Der Bodybuilder könnte eine Schmetterlingssammlung haben, die Blondine schreibt gerne wundervolle Gedichte und der Nerd könnte groß und muskulös sein!


Welche anderen Filme haben dich überrascht, sei es durch die Handlung, die Figuren oder das Ende?
Wie hast du deine Charaktere interessanter gestaltet? Schreib es mir in die Kommentare, ich bin gespannt! :)


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Freitag, 7. Juni 2013

Der Mentor (Archetypen der Erzählung)

(In Geschichten aller Art tauchen bestimmte Figuren immer wieder auf. Sie bilden eine Basisstruktur, die man selbst in altertümlichen Texten wiedererkennen kann. Die wichtigsten archetypischen Analysen stammen von Carl Gustav Jung, Christopher Vogler und Joseph Campbell.)

Der Archetyp des Mentors tritt sehr häufig in Erscheinung und ist meistens eine positiv besetzte Figur, welche den Helden auf seiner Reise unterstützt und als Vorbild für diesen dient. Wenn der Held auf seinem hindernisreichen Pfad bleibt, kann er werden wie der Mentor.











So wie es die Hauptaufgaben des Helden ist, zu lernen, ist es die Aufgabe des Mentors zu lehren. Eltern, Lehrer, Ausbilder, Trainer – Alles Mentoren, die dem Helden beiseite stehen und ihm Dinge beibringen, die er auf seiner Reise benötigt.
Eine weitere wichtige Aufgabe des Mentors besteht darin, den Helden zu motivieren und ihn anzutreiben, in die ungewohnte Welt (das Abenteuer) zu schreiten.
Daneben überreichen die Mentoren dem Helden häufig ein Geschenk, wie z.B. eine Waffe oder ein magisches Amulett. Heutzutage kann es sich dabei auch um ein Passwort für einen Computer handeln oder um eine Speicherkarte mit wichtigen Informationen. Der Held muss sich solche Gaben oder Hilfen des Mentors jedoch zuerst verdienen, indem er etwas Neues lernt, ein Opfer bringt oder ein Versprechen eingeht. Manchmal spielt der Mentor auch die Rolle eines Wissenschaftlers oder eines Erfinders. Die Gaben wären in diesem Falle dann von ihm entwickelte Erfindungen oder Pläne.











Wie alle anderen Archetypen ist auch der Mentor kein streng gezeichneter Charakter, sondern eher eine Funktion, die im Verlauf der Geschichte auch von mehreren Personen übernommen werden kann. Stellt euch diesen und alle anderen Archetypen daher besser als Maske vor, die jeder Charakter in einer Geschichte sich kurz mal aufsetzen kann, um eine bestimmte Funktion zu erfüllen.

Wen würdest du in deinem bisherigen Leben als Mentor bezeichnen?
Wer hat in dem Film gestern Abend die Rolle des Mentors übernommen?
Wer war in der letzten Folge deiner Lieblings-Serie der Mentor?

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