Sonntag, 31. August 2014

Ich schreibe einen Roman - Logbucheintrag #12

Die FaRK mit neuer Location:
Am Bergwerk Reden
Leute treffen auf der FaRK

FaRK? Klingt erstmal wie klingonischer Nachtisch, ist in Wahrheit aber die Abkürzung für das Fantasie- und Rollenspielkonvent hier im Saarland. Letztes Jahr fand sie zum ersten Mal statt, war noch klein und beschaulich und jetzt, mein lieber Scholli: Ungefähr fünf mal so groß und in einer neuen Location. Und das geilste: Der Erlös geht wieder zu 100% an den Kinderhospizdienst des Saarlandes!

Was hat das mit mir und meinem Roman zu tun? Ganz einfach: Hier treffen sich die bekannten Gesichter aus der saarländischen Buchszene. Autoren, Buchhändler, und so weiter. Ich habe mich z.B. mit der wunderbaren Sabine Osman getroffen, die meinen Roman test gelesen hat. Vorher kannten wir uns nur über Facebook und Email, jetzt sahen wir uns endlich mal "in echt". Mit ihr bin ich über die Messe und auch sie hat, wie ich, viele Fotos gemacht.

Ein Geschenk für meine Helden

Mit Sabine habe ich mich am Stand vom Ulrich Burger Verlag getroffen und auch mit ihm habe ich mich noch ein bisschen unterhalten. Es hatte einen Grund, weshalb wir hier zusammengekommen sind, aber ich möchte hierüber noch nicht zu viel verraten, nur so viel: Große Dinge werfen ihre Schatten voraus! :)

Die Awesomeness des Tages in einem Bild: Tommy Krappweis mit meinem Geschenk für ihn.
Habe es sogar signiert! :)
"Mara und der
Feuerbringer"
mit Signatur! :)
Auch andere Verlage und Buchhändler waren auf der Konvention. Später trafen wir hier auf Tommy Krappweis. Wer kennt ihn noch? Ja, natürlich, er hat Bernd das Brot erfunden, aber davor? Genau: RTL Samstag Nacht! Oh mein Gott, wie habe ich diese Sendung geliebt. Und als ich Tommy die Hand schütteln durfte, war ich echt ein kleiner Fanboy. Ich hatte auf seiner Facebook-Seite gesehen, dass er mit dem Zug angereist war, was macht also ein freundlicher Jungautor? Natürlich: Eins seiner Werke an den Mann bringen, damit er auf der Rückfahrt keine Langeweile hat! :) Ich habe ihm mein Leckerbissen sogar signiert! Er hat sich bedankt und hat noch ein bisschen rumgeblödelt, bevor er dann zum eigentlichen Event dieses Tages überging: Seine Lesung. Denn auch er hat geschrieben und zwar gleich eine Trilogie: Mara und der Feuerbringer. Auf Sabines Blog hat er sogar bei seiner Blogtour halt gemacht. Gemeinsam lauschten wir seinen Worten. Wer ihn kennt, weiß: Das wird keine normale Lesung. Tatsächlich hat er auch nur ca. 15 Minuten aus dem Buch gelesen, den Rest der Stunde verbrachte er mit herumalbern (im genialen Sinne) und Erzählungen darüber, wie es zu dem Buch kam. Auch einige Anekdoten von seiner Erfindung von Bernd das Brot waren darunter. Der lang anhaltende Applaus am Ende bekam er zurecht: Er ist eben immer noch der gute Entertainer wie damals zu später Stunde auf RTL.

Tommy Krappweis liest aus seiner Trilogie "Mara und der Feuerbringer"

Ganz viele tolle Bücher und noch viel mehr in der Reading Hall! <3

Autorenherz, was willst du mehr?

Markus Heitz war natürlich auch auf der Messe und gab auch eine Lesung zum Besten. Dieser habe ich mit einem Stehplatz für ca. 10 Minuten beigewohnt, als er darüber erzählte, wie er über Vampire und Werwölfe recherchierte. Für welches Buch weiß ich leider gerade nicht mehr, aber als er anfing zu lesen, habe ich den Raum verlassen. Sorry, Markus, es war echt stickig und die ganze Zeit stehen zu müssen war auch unangenehm! War echt schade, aber beim nächsten Mal dann. Ich war einfach zu spät dran! :)
Gut, die Lesung wieder verlassen und später zur Autogrammjagd zurückgekehrt, denn ich hatte noch einen Auftrag von meiner Freundin: Buch "Totenblick" kaufen und signieren lassen. Und was macht ein Jungautor, wenn er hört, dass Markus Heitz über Vampire und Werwölfe recherchiert hat? Genau: Er schenkt demjenigen eins seiner Werke. Auch dieses Leckerbissen habe ich natürlich signiert. Markus hat sich sehr gefreut, sich bedankt und mir viel Erfolg beim Schreiben gewünscht. Autorenherz, was willst du mehr?

Diese kleine Steampunk-Spinne
war ferngesteuert!
Kurze Zeit später habe ich dann noch die total sympathische Anja Bagus kennengelernt. Sabine kannte sie schon und so sind wir auch ein bisschen ins Gespräch gekommen. Sie hatte ihren Stand mit dem Buch "Aetherherz", über das jetzt sogar eine Webserie gedreht wird. Sehr beeindruckend. Ich mag dieses kreative "selbstmachen" von anderen Menschen und fühle mich mit diesen dann auch immer gleich sehr verbunden. Ihr habe ich zwei meiner Lesezeichen geschenkt und hoffe, sie schaut sich meine Seite mal an! :)

Okay, zusammengefasst war das ein ganz guter Tag: Zwei echt tollen, kreativen und unterhaltsamen Menschen eines meiner Werke überreicht, selbst tolle Bücher mit Autogramm bekommen, Sabine endlich kennengelernt und große Dinge in die Wege geleitet. Dieser Tag war sehr gut für mich und meinen Roman!

Puh, erstmal 'n Schnaps! :)

Gehabt euch wohl und meidet die Dunkelheit, liebe Leser!




Mittwoch, 27. August 2014

Rückblick: Eurofurence 2014, Estrel Hotel in Berlin

Ich sitze gerade in der Hotel-Lobby des Estrel in Berlin und muss 4 Stunden totschlagen, bis wir mit dem Taxi an den Flughafen fahren. Diese Zeit will ich nutzen, und euch von meinen Erfahrungen von meiner ersten Eurofurence zu berichten.


Was ist die Eurofurence (EF)?

Kenner der Szene mögen mir bitte verzeihen oder mich korrigieren, denn ich versuche meine eigene Definition: Die Eurofurence ist ein Treffen von Menschen, die sich gerne verkleiden. Und zwar komplett, in Ganzkörper-Anzüge quasi. Üblicherweise handelt es sich dabei um Wölfe, Füchse, Hunde, Katzen aber auch Besonderheiten wie Vögel oder Drachen. Diese Verkleidungen nennt man "Fursuit". Die Fursuiter machen dann auch ganz viel Quatsch und Unsinn, dabei ist auch immer eine Parade in der alle verkleideten zusammen einen bestimmten Pfad, meist um das Hotel nehmen und so den Menschen draußen sowie den Fotografen eine tolle Show bieten.
Neben dieser Leidenschaft treffen sich auf der EF aber auch ganz viele kreative Menschen, die schreiben, malen oder ihre selbst genähten Stofftiere ausstellen und verkaufen. Man kann hier in einer speziellen Art Auction auf die Kunstwerke sogar bieten, wovon einige für mehrere hundert Euro den Besitzer wechseln!



Ich kam durch meine Freundin in die Szene. Sie selbst hat keinen Fursuit, aber sie ist ein großer Katzenfan und mag die Gemeinschaft, in der sie viele gute Freunde hat. Die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit auf dieser Convention hat mich auch sehr beeindruckt und ich habe mich, trotz der großen Menschenmasse, sehr wohl gefühlt. Wir waren schon vor der Convention im Hotel und von heute auf morgen waren es dann einfach mal 2.300 Leute mehr. Das merkt man, vor allem am Frühstücksbuffet. Ein schönes Erlebnis war, dass ich und jemand anders gleichzeitig einen Frühstückstisch für uns beanspruchen wollten und wir den Konflikt gelöst haben wie Männer: Stein, Schere, Papier! :)
Die Wahl des Estrel, welches das größte Hotel Deutschlands ist, war da nicht die schlechteste bei dieser Masse, zumal die Veranstalter im Vorfeld mit ca. 500 Leuten weniger gerechnet hatte.

Nach der Parade trafen sich alle zu einem Gruppenfoto!
Was mich auch interessiert hat waren die Vorträge von kreativen Machern der Szene, wie z.B. dem Autor Kyell Gold. Dieser hat bereits mehrere Geschichten über anthromorphe Lebwesen verfasst und ist in der Szene sehr bekannt. Bei seinem Vortrag hatten wir sogar die Aufgabe innerhalb von 20 Minuten eine Geschichte zu verfassen. Darin soll die Hauptfigur etwas unbedingt wollen, ein Hindernis steht ihr aber im Weg. Nach dem Schreiben konnte man seine Story auch vor allen Teilnehmern vorlesen, was ich auch getan habe!

Ich fand es auch sehr angenehm, unter so vielen kreativen Menschen zu sein. Viele Zeichner, Schreiber und Maler waren im sogenannten "Dealers Den" und haben dort ihre Kunst angeboten. Mit ein paar habe ich auch Kontakt geknüpft und von fast allen habe ich mir die Visitenkarte eingesteckt. Man weiß nie, wann man so etwas gebrauchen kann :).

Alles in Allem war der Urlaub in Berlin und die Eurofurence ein sehr schönes Erlebnis. Ich habe viel Neues gesehen und vor allem viel Spaß gehabt. Ob ich nächstes Jahr wieder dabei bin wird sich zeigen. Lust hätte ich auf jeden Fall! :)

Ihr habt Fragen zur Eurofurence? Schreibt sie in die Comments!

Viele viele weitere Bilder findet ihr auf meinem Facebook-Profil.




Sonntag, 24. August 2014

Ich schreibe eine Roman - Logbucheintrag #11


"Benjamin, ich will kein Kind von Dir, aber einen Roman!" Meine Top 5 Lesermeinungen 

Nachdem ich im letzten Logbuch #10 ja schon über Selbstzweifel und meine Lobkartei berichtet habe, wollte ich heute einfach mal meine Top 5 Lesermeinungen präsentieren.
Natürlich freue ich mich über alle Feedbacks, aber es gab Rezensionen und Emails, bei denen mein kleines Autorenherz besonders hoch gehüpft ist! :)




Platz #5: 
[...] "Eines ist sicher, der Autor hat fantastische Geschichten geschrieben. Eine fantastische Welt die sich schwarz- weiß anfühlt und doch so voller Leben, Elend, Hass, Kampf und Liebe ist... Farbe halt... die Farbe des Schreibens!" [...]

Marion, Amazon-Rezension zu "Alle Kurzgeschichten aus Nuun". [Link]



Platz #4: 
[...] In vier Kurzgeschichten unterschiedlicher Länge folgen wir Helena, einer menschlichen Krankenschwester, Lisunki, der Werwölfin und Eliska, einem Vampirmädchen auf ihren Wegen. Das ist auch der eigentliche Clou der Storyzusammenstellung: Die Perspektive eines jeden Volkes wird geschildert. Das ist wahnsinnig spannend, denn dem Leser wird die Gut-Böse-Zuordnung verweigert und er fiebert mit jedem der drei Völker mit, denn sie alle sind auf ihre eigene Art und Weise sympathisch. [...]

Nina Hasse, Amazon-Rezension zum 1. Band von "Kurzgeschichten aus Nuun" [Link]


Platz #3: 
Spannende und überraschende Kurzgeschichten, die Lust darauf machen mehr von der Welt zu erfahren. Den Einblick in die Welt den man gewinnt ist trotz der kurzen Geschichten schon sehr gut, das könnte ein Thema werden das man in mehr als 3 vollen Romanen verarbeiten könnte. Man merkt auf jedenfall das der Autor eines klar stellen will: Schwarz oder Weiß ist abhängig auf welcher Seite man steht. Das finde ich höchst interessant.
Ich freue mich mehr von davon zu lesen! Also bitte als Aufforderung zum weiterschreiben verstehen :-)

bigboo, Amazon-Rezension zum 1. Band von "Kurzgeschichten aus Nuun" [Link]


Platz #2: 
keine .. Orks, Drachen, Herrscher und Weltenretter, magische Artrefakte, Königreiche die erobert werden wollen - nein, im Gegenteil: Protagonisten, die um ihr Überleben kämpfen in einer düsteren, elenden Welt voller Menschen, Werwölfen und Vampiren.
Werwölfe und Vampire sind keine bedauerlichen Einzelprobleme - es sind siedelnde Völker und damit allgegenwärtig! Diese Welt besteht aus Neonlicht, Pferdekutschen, Funkgeräten, Dampfkraft, Schnellfeuergewehren, Dreck, Elend, alles so wundervoll farblos. Dort lebt man nicht - man kämpft.
Scheint dort überhaupt jemals die Sonne? Ich habe sie nicht entdeckt.

Thom, Amazon-Rezension zum 2. Band von "Kurzgeschichten aus Nuun" [Link]


Platz #1: 
[...]
Die Geschichten lesen sich schnell und schlüssig.Ich kann einfach anfangen zu lesen und werde, trotz dieser fremden Welt nicht überfordert, sonder gehöre einfach dazu. Die Erklärungen, die scheinbar nebenher einfließen lösen immer gut die zuvor entstandenen Fragezeichen auf, ohne dabei Oberlehrerhaft zu klingen, sie sind gut eingebettet in die Geschichten. Die Tiefe fehlt manchmal, die wahren Beweggründe der Figuren bleiben im Dunkeln oder werden nur kurz angerissen. Für Kurzgeschichten ist dies ja auch ausreichend, ich fand es allerdings sehr schade.

Als ich fertig war mit dem Lesen war ich : a) überrascht, dass es vorbei war und b) wollte ich eigentlich twittern : Benjamin, ich will kein Kind von Dir, aber einen Roman :)

Du hast echt viel Potenzial, das kann man spüren, in jedem Satz, in den vielen Details, in den liebevoll ausgearbeiteten Charakteren, das ist Stoff für große Geschichten, für eine Zusammenführung aller Welten für das Schlüpfen des Schmetterlings aus dem Kokon... :)

Ich werde auf jeden Fall noch mehr von Dir lesen und hoffe, dass Du davon eines Tages mal leben kannst ( und ich kann dann sagen: ich war dabei, als er ein großer der Zunft wurde) :))) [...]

Netmone via Email


Ich kann gar nicht genug betonen, wie toll es ist, solche Leserfeedbacks zu bekommen! Wenn ihr dem Autor, dessen Buch ihr verschlungen habt, eine sehr große Freude machen wollt, teilt ihm einfach mit, wie euch sein Werk gefallen hat! Das muss kein langer Text sein, einfach ein paar Worte schreiben und ihr habt einen Menschen sehr glücklich gemacht! Mir wird es dann immer ganz warm ums Herz! :)

DANKE!

Gehabt euch wohl und meidet die Dunkelheit, liebe Leser!




Sonntag, 17. August 2014

Ich schreibe eine Roman - Logbucheintrag #10

Von meinem Instagram-Kanal
Wie ich meine Selbstzweifel bekämpfe

Jeder kreative Macher wird phasenweise von Selbstzweifeln geplagt und hinterfragt oftmals überkritisch sich selbst und seine Werke: Ist das gut, was ich da mache? Wird es den Leuten gefallen? Schaffe ich das?

Wenn ich mir meine alten Texte anschaue, z.B. den ersten Band von "Kurzgeschichten aus Nuun", dann finde ich viele Sätze, die ich so heute nicht mehr schreiben würde. Gleichzeitig frage ich mich, ob jemand das, was ich da geschrieben habe, gut finden kann und die Selbstzweifel nagen an mir. Die Amazon-Bewertungen (5 x 5 Sterne, 1 x 4 Sterne) geben mir aber eine klare Antwort.
Es ist ja auch gut, wenn meine seine alten Texte nicht mehr mag, denn das ist auch ein Zeichen dafür, dass man sich weiterentwickelt hat.

Mit der Lobkartei die Stimmen im Kopf bekämpfen!

Je mehr man macht, je mehr man veröffentlicht und sein Zeug unter die Leute bringt, desto mehr Feedback erhält man zwangsläufig. Das kann ein Reply auf Twitter sein, ein Kommentar auf Facebook, eine Email oder eine Amazon-Rezension. Wichtig ist hier, die guten Stimmen zu sammeln. Sie dürfen dir nicht abhanden kommen, denn du trägst immer wieder diese eine Stimme im Kopf, die dir einreden will, dass du und dein Werk nicht gut genug ist. Und mit all den guten Stimmen kannst du die böse Stimme vielleicht nicht komplett zum Schweigen bringen, sie aber immerhin leiser stellen. So geht es mir zumindest.
Ich habe mir eine sogenannte "Lobkartei" angelegt. Hier sammele ich all das gute Feedback zu meinen Projekten, das ich immer mal wieder bekomme. Emails, Tweets, Amazon-Rezensionen usw. speichere ich separat von ihrer Ursprungsplattform in dem kleinen Tool Evernote ab. Vor allem Amazon-Rezensionen verschwinden einfach mal so, habe ich letztens erst erlebt.
Wenn ich wieder mal eine Phase habe, in der ich alles was ich jemals gemacht habe oder gerade mache schlecht finde, lese ich mir diese Texte durch, die mir das Gegenteil sagen. Als Macher steckt man selbst auch immer viel zu tief drin, sieht Details die sonst keinem Auffallen und bildet sich ein Urteil über das Bild, obwohl man sich selbst im Rahmen befindet.

Ich hoffe ich kann euch damit ein wenig helfen bei dem täglichen Schmerz, den man als Kreativer manchmal mit sich trägt. Wichtig ist nur, sich davon nicht unterkriegen zu lassen und weiterzumachen. Wenn man nicht selbst an sich glaubt, wer soll es dann?

Gehabt euch wohl und meidet die Dunkelheit, liebe Leser!




Sonntag, 10. August 2014

Ich schreibe eine Roman - Logbucheintrag #9

Acrylbild, im Juli 2012 erstellt
Wenn du nicht weißt, wie du es schreiben sollst: Mach es!

Das passiert mir selbst immer wieder. Ich schreibe über Dinge, in denen ich mich nicht auskenne. Der Schreibfluss stockt und ich merke früh, dass mir der Input fehlt, um das zu sagen, was in diesem Augenblick passiert. Wie wechselt man z.B. das Radlager eines PKW's? Welche Arbeiten muss man auf dem Bauernhof verrichten? Was sieht man, wenn man hoch oben in der Luft auf die Erde schaut?
Diese letzte Frage habe ich mir gestellt, als ich die Szene meines Romans geschrieben habe, in der meine Charaktere mit einem Zeppelin-Luftschiff fliegen. Für meinen Hauptcharakter ist das eine neue Erfahrung und so brauche ich entsprechend detaillierte Informationen, um diese Details dann auch in den Text packen zu können.

Ja, und was sieht man so, wenn man von oben auf die Erde schaut? Zuerst habe ich die Szene einfach so geschrieben und mir vorgestellt, wie die Eindrücke sein müssten. In der ersten Fassung meines Manuskripts ist das auch in Ordnung. Man wird Wolken sehen, Getreidefelder, Bäume und Wälder. Das alles noch etwas ausgeschmückt und das Kopfkino spielen lassen, dann hat man schon mal einen guten, ersten Entwurf.
Sehr viel besser wird die Szene aber, wenn man sich noch ein wenig mehr mit der Situation beschäftigt. Am genannten Beispiel habe ich folgende Schritte unternommen:

1. Videos finden / Filme gucken
Vor allem bei technischen Dingen habe ich sehr oft auf Youtube nach einem Tutorial gesucht. Wie man Reifen wechselt z.B. oder wie eine Dampflok aussieht, sich anhört und bewegt. Diese Eindrücke können einem sehr dabei helfen den Text zu verbessern. Heutzutage findet man zu fast jedem Thema ein Video.
Wenn du über ein allgemeineres Thema schreiben willst, leih dir einen Film dazu aus. Das kann eine Dokumentation sein oder ein Spielfilm, in denen die Dinge passieren, die du kennen musst für deine Szene.

2. Bilder finden
Auch passende Bilder können helfen. Bei Kleidung z.B. suche ich mir die passenden Online-Shops oder besuche Pinterest, um eine bestimmte Mode textlich beschreiben zu können. Für meine Charaktere suche ich sogar Bilder von Schauspielern, anhand denen ich das Aussehen beschreibe. Im Text wird niemand merken, wen ich als Vorlage hatte, aber das Bild hilft mir ungemein, die passenden Worte zu finden!

3. Am allerbesten: Selber machen!
Gut, das war Zufall, aber diese Woche bin ich nach 7 Jahren das erste mal wieder mit einem Flugzeug geflogen. Nach Hamburg und wieder zurück, um genau zu sein. Während ich also aus dem Fenster hinab auf die Erde blickte, fiel mir ein: Hey, du hast doch auch eine Szene, wo deine Charaktere von ihrem Luftschiff hinunterblicken. Sofort habe ich mein Smartphone gezückt und mir die Eindrücke notiert. Darunter waren z.B. die Wolken, die mal fülliger waren, aber auch dünner und cremeartiger. Ebenso konnte man den Lauf der Flüsse sehr gut erkennen und wenn die Sonne im richtigen Winkel auf sie geschienen hat, schimmerte das Wasser so sehr, dass der Fluss wirkte wie aus Gold gegossen. Städte waren eine lose Ansammlung von Steinen, die aber bei genauerer Betrachtung trotzdem eine Ordnung hatten, denn Straßen, Wälder und Flüsse zäunten sie ein.
Das klingt doch schon sehr atmosphärisch, oder?

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Bei meinem aktuellen Roman habe ich das bei einigen Szenen so gemacht. So war ich z.B. in einem botanischen Garten und auch in einem Naturschutzgebiet und habe mir dort all die Eindrücke notiert, um sie später in die Dschungel-Szenen meines Manuskripts einzupflegen.
Ihr merkt, worauf ich hinaus will: Um eine Szene wirklich gut schreiben zu können, macht das, was eure Figuren machen sollen! Das ist jetzt keine Aufforderung zum Mord (Krimi), zur Promiskuität (Erotik-Thriller) oder sonstigem, nicht falsch verstehen! ;) Natürlich muss alles seine Grenzen haben. Aber wenn ihr z.B. eine Picknick-Szene schreibt, schnappt euch doch einfach ein paar Freunde und geht picknicken. Oder gehen eure Charaktere angeln? Petri Heil! In eine Kneipe, um ein Bier zu trinken? Prost! Ihr habt dann natürlich auch euren Notizblock dabei, um die Eindrücke zu notieren:

- Was siehst du? ...
- Was riechst du? ...
- Was fühlst du? ...
- Was schmeckst du? ...
Von den großen Dingen bis zu den kleinen Details: All das zählt!

Damit könnt ihr das, was ihr schreibt viel mehr vertiefen und die Atmosphäre eurer Texte verstärken. Ihr könnt auch einfach so, bei besonderen Ereignissen notieren, was um euch herum passiert. Vielleicht könnt ihr es irgendwann in einem Text gebrauchen!


Gehabt euch wohl und meidet die Dunkelheit, liebe Leser!




Sonntag, 3. August 2014

Ich schreibe eine Roman - Logbucheintrag #8

Was wirklich zählt: Dranbleiben!

"Klopf Klopf!"
"Wer ist da?"
"Deine Motivation!"

Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt, sagte eins Konfuzius. Und auf diesen Schritt folgen logischerweise viele weitere. Wenn ich also jeden Tag ein paar Schritte gehe, bin ich irgendwann am Ziel. So ist das auch mit dem Schreiben, gerade wenn man "nebenher" noch einen 8-Stunden-Job sowie weitere Verpflichtungen zu meistern hat. Viele werfen dann schnell die Flinte ins Korn und denken sich "Lieber gar nicht schreiben als wenig schreiben!", aber was wirklich zählt: Dranbleiben!
Natürlich hat man das Gefühl, es geht nicht vorwärts, so geht es vielen anderen Schriftstellern auch. Ich habe für mich eine Methode entdeckt, mit der ich da ein bisschen Gegensteuern kann. Ich visualisiere mir die Zeit, die ich in meinen Rom stecke. So weiß ich immer, wie viel Arbeit ich bereits investiert habe. Ich sehe die Strecke, die ich zurücklege vor mir und weiß dadurch, wie viel Zeit ich schon investiert habe. Ebenso sehe ich, was noch vor mir liegt. Aber wie mache ich das?

Dafür kann man ein kleines, kariertes Notizbuch verwenden und z.B. für jede Stunde oder jeden Tag, an dem man geschrieben hat, ein Kästchen ausfüllen. Die Zeiteinteilung bleibt da jedem selbst überlassen, je nachdem was man erreichen möchte oder wie viel Zeit man sich freischaufeln kann am Tag. Man muss das auch nicht an der Zeit messen: Wenn man ein Jahr lang jeden Tag eine Seite schreibt, hat man auch einen Roman zusammen! Das wichtige ist nur: Man sieht, was man geleistet hat (ausgefüllte Kästchen) und ebenso, was man noch leisten muss (leere Kästchen).

Wichtig: Jeden Tag schreiben!

Da ich eigentlich nur daheim am PC schreibe, habe ich mir für jeden Monat eine DIN-A4-Seite gestaltet, auf der ich für jede Kalenderwoche 14 Kästchen platziert habe. Dazu habe ich auch drei Bereiche gefügt: Bronze, Silber und Gold. Ein Kästchen bedeutet 1 Stunde und je mehr ich schaffe in der Woche, desto eher komme ich in den Silber- und Goldbereich. Es motiviert mich ein wenig, in diese Bereiche zu kommen, aber viel mehr möchte ich damit mein Minimalziel erreichen und kontrollieren, das ich individuell festlege. Aktuell will ich jede Woche mindestens 8 Stunden schreiben und kann dies immer an der Anzahl der ausgefüllten Kästchen überprüfen.



Wichtig ist mir auch, dass ich jeden Tag schreibe. Das ist mir mehr wert als eine höhere Stundenzahl in der Woche. Wenn ich jeden Tag eine Stunde schreibe, bleibe ich dran. Es wird zur Gewohnheit wie Zähneputzen. Ich bleibe bei der Geschichte, bei meinen Charakteren und in der Welt. Ich setze alles daran, diese Kette nicht zu unterbrechen und mich wirklich jeden Tag mindestens eine Stunde meinem Projekt zu widmen. Das wird besonders schwer, wenn ich diese Stunde Abends, nach einer Party oder einem langen Tag in der Stadt noch erledigen muss, aber in solchen Momenten entscheidet sich, wie sehr man diesen Roman zum Leben erwecken möchte. Ich habe Angst davor, dass wenn ich es an einem Tag mal nicht schaffe in meine Welt zu tauchen, ich so sehr rauskomme, dass es mich viel Zeit und Mühe kostet, mich noch einmal einzuarbeiten.
Nachdem ich Tage oder Wochen nicht an meinem Roman gearbeitet habe, müsste ich mich in 200 Seiten reinlesen, um zu erkennen, was ich noch überarbeiten muss. Dieser Arbeitsberg wäre sehr groß und abschreckend. Stattdessen errichte ich lieber immer wieder Basislager auf dem Weg zur Spitze und arbeite mich Stück für Stück nach oben.

Mit dieser Methode des "sichtbar machens", sehe ich den Weg, den ich gegangen bin und bin gleichzeitig motiviert, ihn nicht zu unterbrechen und weiterzugehen. Mit jedem kleinen Kästchen, jedem kleinen Schritt, komme ich dann irgendwann ans Ziel: Mein erster Roman! :)


Gehabt euch wohl und meidet die Dunkelheit, liebe Leser!