Samstag, 14. November 2015

#ParisAttacks: Keine Lust auf Social Media

Es fing während des Fußballspiels an. Plötzlich sagte der Kommentator was von Schießereien und mehreren Toten. Das zog sich dann durch das gesamte Spiel, bis am Ende die bekannten Szenen im Stadion zu sehen waren. Die Menschen durften das Stadion nicht verlassen, kurz brach Panik aus. Opdenhövel und Scholl wussten teilweise auch nicht mehr was sie sagen sollten. Alles sehr beklemmend und surreal.

Am nächsten Morgen war ich dann wieder am Computer, schaute auf Twitter und sah in den Trends, dass die Anschläge in Paris heiß diskutiert wurden. Ein paar Klicks später wurde mir das gesamte Maß dieses Unglücks bewusst und teilweise fehlte mir der Atem. Wie viele andere frage ich mich natürlich auch: "Warum?".

Ich schaute mir viele Tweets in meiner Timeline an. Jeder zweite handelte von Paris, wie schlecht die Welt doch sei oder dass es doch besser ist, Liebe in die Welt zu tragen. So der Unterton der meisten Tweets. Dazwischen auch immer wieder normale Tweets, die auf einmal überhaupt nicht mehr interessierten bzw. so fehl am Platz wirkten, dass es fast schon schmerzte. Alltagsprobleme, lustige Sprüche, Links zu irgendwelchen Büchern auf Amazon. Alles banal angesichts der aktuellen Ereignisse.

Und auf einmal merkte ich, dass mich Twitter gerade sehr abnervt. Ich konnte weder die einen noch die anderen Tweets lesen. Sollte ich auch was schreiben? Ich war sprachlos und machte dies mit dem Tweet "[...] #ParisAttacks" deutlich. Ansonsten? Nichts mehr. Ich hatte keine Lust mehr auf Twitter und das Gegacker.

Facebook? Auch nicht besser. Plötzlich ändert wieder jeder sein Profilbild und zeigt sich solidarisch und es werden wieder coole Designs erstellt. Damals bei Charlie Hebdo waren es Stifte, die wie Waffen benutzt wurden, diesmal ist es der Eiffelturm, der als Peace-Zeichen verwendet wird. Hashtags werden populär sowie Weißer Text auf schwarzem Grund. Es wiederholt sich alles, aber irgendwie ändert sich nichts.

Oder?

Ich fühle mich sprachlos und freudlos. Machtlos allerdings fühle ich mich nicht. Ich habe die Macht, Gutes in diese Welt zu bringen, anderen zu helfen, nett zu sein, höflich und wohlwollend und Zivilcourage zu zeigen. Das ist meine Macht, die ich dem Bösen dieser Welt entgegensetzen kann. Jeden Tag. Ich kann etwas tun.

Was denkt ihr dazu?
Was fühlt ihr diesbezüglich?

Ich würde sehr gerne mit euch darüber diskutieren, schreibt doch in die Kommentare was ihr denkt.